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Material: Überlegungen zum Umgang mit Sterbehilfe

Umgang mit Sterben und Tod

Neben der Betreuung von Sterbenden behandeln die Richtlinien neu auch Patienten, die an einer tödlichen Krankheit leiden und die Äusserung eines Sterbewunsches. Neu sind die Richtlinien auch auf Kinder oder in Notfallsituationen anwendbar.
Neu gelten die Richtlinien nicht nur für Patienten, bei denen der Sterbeprozess bereits eingesetzt hat, sondern auch für solche, die an einer tödlichen Krankheit leiden, für Kinder, für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung sowie für Notfallsituationen. Neu sind auch Angaben zum „Sterbefasten“, also zum freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Schliesslich werden auch Gespräche über Sterbewünsche thematisiert.

Gemäss Richtlinien ist Suizidhilfe bei urteilsfähigen Patientinnen und Patienten dann vertretbar, wenn diese unerträglich unter den Symptomen einer Krankheit oder unter Funktionseinschränkungen leiden und andere Optionen erfolglos blieben oder als unzumutbar abgelehnt werden. Der Wunsch des Patienten, in dieser unerträglichen Lebenssituation nicht mehr leben zu wollen, muss für die Ärztin oder den Arzt aufgrund der Vorgeschichte und wiederholter Gespräche nachvollziehbar sein. Er muss „wohlerwogen, dauerhaft und ohne äusseren Druck entstanden“ sein, so die SAMW. Die Richtlinien betonen aber auch, dass Patienten keinen Anspruch auf Suizidhilfe haben, und es jedem Arzt frei steht, diese Handlung für sich in Betracht zu ziehen oder nicht.

Die neuen Richtlinien streben gemäss SAMW „eine Vermittlung zwischen unterschiedlichen Sichtweisen und Wertvorstellungen an und wirken darauf hin, dass die Selbstbestimmung aller Beteiligten – der Patientinnen, der Angehörigen und der medizinischen Fachpersonen – geachtet und geschützt wird“.

Daten

Umgang mit Sterben und Tod

Broschüre, 40 Seiten

Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW

1. Auflage 2018

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