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Weiterbildung über Grenzverletzungen für Bündner Pfarrpersonen

Feb 4, 2021 | Aktuelles, Gewaltschutz

Wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Abhängigkeitsverhältnissen vor Grenzverletzungen geschützt werden können, thematisierte eine Weiterbildung der Bündner Pfarrsynode.

Sexuelle Übergriffe betreffen Frauen ebenso wie Männer, so die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden in einer Medienmitteilung. Dies gelte auf Täter- wie auf Opferseite. Der Austausch unter den Pfarrpersonen habe gezeigt, wie sehr solches Erleben Betroffene verunsichere und alle in Mitleidenschaft ziehe.

Kirchliche Arbeit sei ohne Nähe nicht denkbar, so Kursleiterin Karin Iten von der Fachstelle Limita laut Mitteilung: “Doch wie viel Nähe ist zu nah?” Fallbeispiele hätten für die Grenzen der Integrität sensibilisiert und aufgezeigt, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Abhängigkeitsverhältnissen geschützt werden könnten.

Grenzverletzungen könnten auch Teams stark verunsichern, so Iten. Bei Irritationen und Vermutungen gerieten Leiterteams von Freizeiten für Kinder oder Jugendliche in ein Dilemma zwischen ihre Schutzauftrag für die Teilnehmenden und der Fürsorgepflicht gegenüber der beschuldigten Person. Hinschauen genüge nicht. Es brauche Teamkultur, Feedback und Reflexionsgefässe. Regeln und Standards seien unabdingbar.

Dabei handele es sich nicht um ein spezifisch kirchliches, sondern um ein allgemein gesellschaftliches Problem, das Menschen stark präge. Wie ein Riss gehe die Erfahrung durch Kopf, Herz und Seele, heisst es in der Mitteilung. Diesem folgten Sprachlosigkeit und Ohnmacht. Am schlimmsten sei die Einsamkeit und die Unfähigkeit, darüber zu reden.

Die Pfarrweiterbilung sei ein erster Schritt, so die Landeskirche. Demnach hat der Kirchenrat ein Konzept für den professionellen Umgang mit solchen Fragen in Auftrag gegeben. Es sollten eine Meldestelle eingerichtet und klare Abläufe vorgegeben werden.

 

 

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