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Studie: Arbeitsflexibilität aus familiären Gründen für Schweizer Arbeitnehmende gross

Nov 17, 2020 | Aktuelles, Familie und Partnerschaften

70 Prozent der Schweizer Arbeitnehmenden können Anfang und Ende der Arbeitszeit aus familiären Gründen kurzfristig verschieben und 53 Prozent können ganze Tage frei nehmen, ohne dafür Ferientage beziehen zu müssen, so eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Statistik BFS.

Die Schweiz gehört damit laut Medienmitteilung zu den europäischen Ländern mit verhältnismässig grosser Flexibilität für Arbeitnehmende mit Betreuungsaufgaben. Als grösstes Hindernis bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden lange oder ungünstige Arbeitszeiten und der lange Arbeitsweg bezeichnet.

Im Jahr 2018 hatten rund 36 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung von 18 bis 64 Jahren mindestens eine regelmässige Betreuungsaufgabe. Gesamthaft entspricht dies rund 1,9 Millionen Personen. Davon sind laut Statistik 96 Prozent der Männer und 80 Prozent der Frauen auf dem Arbeitsmarkt aktiv.

74 Prozent der arbeitnehmenden Männer und 64 Prozent der Frauen können in der Regel Anfang und Ende der Arbeitszeit aus familiären Gründen kurzfristig verschieben. 57 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer können ganze Tage frei nehmen, ohne dafür Ferientage beziehen zu müssen.

In den Nachbarländern sei diese Arbeitsflexibilität deutlich niedriger, so das BFS. Für Österreich liegen die Anteile der Arbeitszeitverschiebung und der tageweisen Abwesenheit bei 49 und 38 Prozent, für Deutschland bei 38 und 34 Prozent, für Italien bei 35 und 33 Prozent und für Frankreich bei 32 und 21 Prozent.

Demgegenüber ist die Reduktion der Arbeitszeit als wichtigste Auswirkung der Kinderbetreuungspflichten auf die aktuelle Erwerbstätigkeit für Frauen in Österreich mit 39 und der Schweiz mit 38 Prozent unter den EU28-/EFTA-Staaten am stärksten ausgeprägt, so die Mitteilung. In Deutschland liegt dieser Anteil demnach bei 27 Prozent und in Italien bei 24 Prozent. In Frankreich, wo Teilzeitarbeit für Frauen im Vergleich zu den anderen Nachbarländern deutlich weniger verbreitet sei, liegt der Anteil bei 14 Prozent.

Lange, unvorhersehbare oder ungünstige Arbeitszeiten, der lange Arbeitsweg sowie eine anstrengende oder zu anspruchsvolle Arbeit werden von 61 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer als wichtiges Hindernis bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie genannt. Bis auf Frankreich mit 63 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer sähen laut Mitteilung in den meisten der anderen Staaten eine deutliche Mehrheit kein Hindernis bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

 

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