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Schattenpandemie: Gewalt gegen Frauen in der Corona-Krise

Nov 25, 2020 | Aktuelles, Aktuelles - Corona, Gewaltschutz

Zuhause ist ein gefährlicher Ort: Die Corona-Pandemie hat weltweit zu einer dramatischen Zunahme häuslicher Gewalt gegen Frauen geführt, so Brot für die Welt. Dahinter stehe das geringe Ansehen und die geringe Stellung der Frau in den meisten Gesellschaften.

Nach Angaben der UN-Frauenorganisation haben die Anrufe betroffener Frauen bei den nationalen Hilfe-Hotlines in vielen Ländern um 25 bis 30 Prozent zugenommen, so Brot für die Welt in einer Medienmitteilung. Dass viele Männer ihre Frustration über die Pandemie-Einschränkungen an ihren Frauen auslassen, zeige das geringe Ansehen und die geringe Stellung der Frau in den meisten Gesellschaften, wird Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, zitiert.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie und die ökonomischen und sozialen Folge der Lockdowns wachsen Verunsicherung, existentielle Sorgen und der emotionale Stress, so die Mitteilung. Häufig finde er dann ein Ventil in häuslicher Gewalt, was durch beengte Wohnverhältnisse der Menschen zusätzlich verstärkt werde. UN Women bezeichne die massive Zunahme häuslicher Gewalt mittlerweile als Schattenpandemie.

Noch immer habe sich wenig an den grundsätzlichen Ursachen geschlechterbasierter Gewalt geändert: die tiefsitzende kulturelle und religiöse Diskriminierung von Frauen und die Vorenthaltung rechtlicher und ökonomischer Gleichstellung zementiere ihre Unterwerfung unter und ihre Abhängigkeit von Ehemännern und männlichen Verwandten. Hinzu komme in Ländern mit chronischen Gewaltkonflikten eine allgemeine Akzeptanz von sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe.

Viele betroffene Frauen litten physisch wie physisch, ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe seien dauerhaft beeinträchtigt. Viele könnten es nicht mehr schaffen, sich aus eigener Kraft aus dem gewalttätigen Umfeld zu befreien.

Es brauche mehr Respekt für die Würde und Rechte der Frauen, für ihr Leben, für Sicherheit und Schutz, so Füllkrug-Weitzel. Dafür müssten die Machtverhältnisse, die Frauen und Mädchen diskriminierten, aufgebrochen und verändert werden.

 

 

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