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Rotes Kreuz ruft zu Impfsolidarität mit armen Ländern auf

Jun 10, 2021 | Aktuelles, Aktuelles - Corona, Gesundheitliche Versorgung

In den 50 reichsten Ländern der Welt ist die Covid-19-Impfrate 27 Mal höher als in den 50 ärmsten Ländern, so das Schweizerische Rote Kreuz SRK, das zu Solidarität und zum Spenden aufruft, damit auch arme Länder ihre Bevölkerung schützen können.

In Nepal, einem Einsatzland des SRK, sei nur ein Prozent der Menschen geimpft und das Gesundheitssystem komplett überlastet, so das SRK in einer Medienmitteilung. In Afrika hätten manche Länder noch gar keine Vakzine. Ohne massive internationale Unterstützung werde es wohl Ende 2023, bis südlich der Sahara ein massgeblicher Teil der Menschen Impfschutz geniesse.

Die 50 ärmsten Länder, in denen 17 Prozent der Weltbevölkerung leben, hätten bisher lediglich 2 Prozent des weltweit verfügbaren Impfstoffes erhalten. Während die reichen Länder sich den Grossteil der knappen Impfstoffe gesichert hätten, könnten ärmere Länder nicht einmal ihr Gesundheitspersonal impfen.

Das SRK fordert, diese Missstände zu beheben. Es ruft zu Solidarität auf und setzt sich dafür ein, dass alle Menschen einen fairen Zugang zu Impfstoff, Medikamenten und Testmaterial haben, so die Mitteilung weiter. Neben der gerechten Verteilung des Impfstoffes gehöre auch dazu, dass ärmere Länder bei der Umsetzung von Impfkampagnen unterstützt würden.

Impfgerechtigkeit sei nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch ein Gebot der Vernunft. Auch wenn sich in der Schweiz dank steigendem Impfschutz und sinkenden Fallzahlen die Lage etwas normalisiert habe: Angesichts immer neuer Mutanten sei die Gefahr noch längst nicht gebannt. Solange die Pandemie nicht weltweit unter Kontrolle sei, seien die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen auch für die Schweiz nicht absehbar. Der Schutz von Leben, Gesundheit und Würde der Menschen dürfe nicht an den Grenzen der reichsten Länder Halt machen.

Die Corona-Pandemie könne nicht in einem einzelnen Land überwunden werden. Es brauche einen globalen Effort. Dazu gehöre auch die vorübergehende Aufhebung des Patenschutzes unter der Voraussetzung, dass die Investitionen in die Forschung angemessen entschädigt würden. Nur mit grenzüberschreitender Solidarität und dem Engagement aller Akteure auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene könne das Virus wirksam bekämpft werden.

 

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