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Psychische Belastungen durch Covid-19 nur «Spitze des Eisbergs»

Okt 12, 2021 | Aktuelles, Aktuelles - Corona, Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche könnten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden noch viele Jahre lang spüren, warnt UNICEF im «Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021». Schätzungsweise jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren lebt mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung.

Laut dem Bericht «On My Mind: Die psychische Gesundheit von Kindern fördern, schützen und unterstützen» litt weltweit bereits vor der Pandemie ein bedeutender Anteil der Kinder und Jugendlichen unter erheblichen psychischen Belastungen; gleichzeitig wurde weltweit wenig in ihre psychische Gesundheit investiert. Dies stellt UNICEF in einer Medienmitteilung zum Bericht fest.

Aktuellen Schätzungen zufolge lebe jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung wie Angstzuständen, Depressionen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Weltweit nehmen sich laut Mitteilung jedes Jahr rund 46 000 junge Menschen zwischen zehn und 19 Jahren das Leben – ein junger Mensch alle elf Minuten. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist Suizid demnach die vierthäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, Tuberkulose und Gewalttaten.

Gleichzeitig bestehe eine grosse Lücke zwischen dem Bedarf an Hilfsangeboten und den verfügbaren finanziellen Mitteln im Bereich der psychischen Gesundheit. So gäben die Regierungen weltweit weniger als zwei Prozent ihres Gesundheitsbudgets hierfür aus.

Die Pandemie habe einen hohen Tribut von Kindern und Jugendlichen gefordert. Laut den Ergebnissen einer von UNICEF und Gallup im Sommer 2021 durchgeführten internationalen Umfrage unter Heranwachsenden und Erwachsenen in 21 Ländern gab jeder fünfte befragte junge Mensch (19 Prozent) zwischen 15 und 24 Jahren an, sich häufig deprimiert zu fühlen oder wenig Interesse an Dingen haben.

Fast zwei Jahre seit Beginn der Pandemie seien die Belastungen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nach wie vor schwerwiegend, so Unicef. Laut aktuellen Schätzungen war weltweit mindestens eines von sieben Kindern direkt von den landesweiten Lockdowns betroffen; 1,6 Milliarden Kinder haben Schulunterricht verpasst und Lernstoff versäumt. Die Veränderungen im Alltag, die Unterbrechung der Bildung, der Wegfall von Freizeitmöglichkeiten sowie finanzielle und gesundheitliche Sorgen in den Familien führen dazu, dass viele junge Menschen unter Angstgefühlen leiden, wütend sind und voller Sorgen in ihre Zukunft schauen.

UNICEF ruft mit seinem «Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021» Regierungen und Partner aus der Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit dazu auf, die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Betreuenden zu fördern, gefährdete Kinder zu schützen und besonders verletzliche Kinder zu unterstützen.

 

 

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