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NGOs fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

Jul 16, 2020 | Aktuelles, Gender- und Gleichstellungsfragen

Frauen sind in globalen Wertschöpfungsketten vielfach benachteiligt und grösseren Risiken ausgesetzt als Männer, so 12 Organisationen, die ein geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz fordern.

Die Bandbreite reiche von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nähmen bis hin zu ungleicher Bezahlung, so Brot für die Welt in einer Medienmitteilung.

Frauen und Mädchen seien in besonderem Maße von den negativen Auswirkungen globalen Wirtschaftens betroffen. Sie erführen Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten in anderer Weise als Männer. So seien sie in weit höherem Maße geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt. Immer noch verdienten Arbeitnehmerinnen weltweit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Hinzu komme eine große Ungleichheit bei der Aufteilung der Haus- und Sorgearbeit, die Frauen und Mädchen kostenlos für Familie und Gesellschaft leisteten, was für sie zu einer erheblichen Doppelbelastung führe.

Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hätten die besondere Rolle von Frauen und Mädchen in ihren Initiativen und politischen Debatten darüber, wie wirtschaftsbezogene Menschenrechtsverletzungen vermieden werden sollen, bislang zu wenig beachtet.

Um die Geschlechtergerechtigkeit in allen Lebensbereichen weltweit zu erreichen, sollten zukünftige politische Maßnahmen, ob auf internationaler, europäischer oder nationaler Ebene dringend die strukturelle Benachteiligung von Frauen in globalen Wertschöpfungsketten adressieren, so die Mitteilung. Ein geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz sei der erste Schritt.

Das Lieferkettengesetz solle klarstellen, dass Unternehmen die in der UN-Frauenrechtskonvention genannten Rechte achten. Es solle Unternehmen dazu verpflichten, bei ihren Risiko- und Folgeabschätzungen geschlechtsspezifisch vorzugehen, auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Entgeltgleichheit und existenzsichernde Löhne bei ihren Geschäftspartnern hinzuwirken und soziale Sicherungssysteme anzubieten. Die Unternehmen sollten zudem all ihre Geschäftspartner zu einer Null-Toleranz gegenüber Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz verpflichten.

 

 

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