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Nach schwerem Bootsunglück fordert die Flüchtlingshilfe die Schweiz zum Handeln auf

Jul 30, 2019 | Aktuelles, Katastrophen und Krieg

Nach dem schwersten Bootsunglück vor der Küste Lybiens in diesem Jahr fordert die Schweizerische Flüchtlingshilfe die solidarische Aufnahme aus Seenot geretteter Menschen durch die Schweiz.

Bis zu 200 Migranten könnten bei dem Bootsunglück der vergangenen Woche vor der lybischen Küste ertrunken sein. Nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond zerbrach ein mit 360 Menschen gefülltes Boot rund 5 Kilometer vor der Küste. Es wäre das schwerste Bootsunglück im Mittelmeer diesen Jahres.

Gemäss Mitteilung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH sind seit Jahresbeginn fast 700 Geflüchtete im Mittelmeer ertrunken. Seit 2014 starben rund 18’500 Menschen beim Versuch, über das Meer nach Europa zu gelangen.

Das Versagen Europas angesichts des Sterbens im Mittelmeer werde zunehmend sichtbar, so die SFH. Die Schaffung eines dauerhaften Mechanismus zur solidarischen Verteilung der Schutzsuchenden sei seit Jahren blockiert.

Die Schweiz habe bislang keine aus Seenot geretteten Menschen aufgenommen und sich hinter dem Fehlen einer gesamteuropäischen Lösung versteckt, betont die SFH. Dabei habe sich die schweiz der internationalen Solidarität und dem Flüchtlingsschutz verschrieben und sollte bei der freiwilligen Aufnahme von Geretteten eine Vorreiterrolle spielen. Angesichts der tiefen Asylgesuchzahlen habe die Schweiz dafür die erforderlichen Möglichkeiten und Kapazitäten.

Weiter fordert die SFH die Schweiz dazu auf, sich für den Aufbau eines europäisch organisierten Seenotrettungssystems zu engagieren und sich daran finanziell zu beteiligen. Die Seenotrettung durch private Hilfsorganisationen sei nur nötig geworden, weil die europäischen Staaten ihre völkerrechtliche Verantwortung nicht wahrnähmen.

 

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