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Leitfaden zum Thema Genitalverstümmelung und Kindesschutz veröffentlicht

Feb 4, 2020 | Aktuelles, Gewaltschutz

Bis zu 22’000 Mädchen oder Frauen sind in der Schweiz von einer Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen. Anlässlich des internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung hat das Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz nun einen Leitfaden zum Thema veröffentlicht.

Viele Fachpersonen aus dem Sozial-, Migrations- und Gesundheitsbereich sehen sich mit konkreten Fragestellungen zu einer drohenden Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen konfrontiert, so das Netzwerk in einer Medienmitteilung. Das Erkennen von gefährdeten oder bereits betroffenen Mädchen, das Wissen um eine adäquate Reaktion und um geeignete Hilfestellungen stellten dabei hohe Anforderungen an die Fachpersonen. Oftmals fehle jedoch das nötige Fachwissen zu dieser spezifischen Form von Kindeswohlgefährdung.

Der Leitfaden “Weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) & Kindesschutz” soll hier Unterstützung bieten. Erarbeitet wurde er vom Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz in Zusammenarbeit mit UNICEF Schweiz und Liechtenstein sowie Kinderschutz Schweiz. Gemäss Mitteilung vermittelt der Leitfaden Grundwissen zum Thema, beschreibt Risikofaktoren und bietet praxisbezogene Hilfestellungen für konkrete Fälle.

Die Schweiz hat 2012 einen eigenen Straftatbestand zur weiblichen Genitalverstümmelung geschaffen. Doch brauche es mehr als das unerlässliche Verbot, so das Netzwerk. Sensibilisierungsarbeit in den betroffenen Migrationsgemeinschaften sei notwendig, um eine Diskussion über das tabuisierte Thema zu ermöglichen.

 

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