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Kaum bezahlbare Wohnungen für arme Menschen, so die Caritas

Jan 16, 2020 | Aktuelles, Armut und Not

Für Armutsbetroffene und Menschen mit tiefen Einkommen wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden, so Caritas Schweiz. Es sei notwendig, dass Bund und Kantone das Angebot von preisgünstigen Mietwohnungen stärker fördern als bisher.

Caritas spreche sich daher für die Annahme der Volksinitiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ aus, so eine Medienmitteilung. Armut sei oft mit einer prekären Wohnsituation verbunden. Wer über wenig Geld verfüge, weiche auf Wohnungen aus, die zu klein oder in einem sehr schlechten Zustand seien. Enge und teils ungesunde Verhältnisse setzten die Betroffenen unter Druck, verschärften familiäre Konflikte und beeinträchtigten die Entwicklung der Kinder. Hohe Mieten könnten zudem in eine Verschuldung führen.

Caritas weise seit Jahren darauf hin, dass die Versorgung mit gutem und günstigem Wohnraum für Menschen mit kleinem Einkommen immer weniger gegeben sei. Zu hohe Wohnkosten seien gemäss einer Studie die Hauptursache für die ungenügende Wohnversorgung für Armutsbetroffene. In einem ausgeglichenen Haushaltsbudget mache die Mietbelastung nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens
aus. 82 Prozent aller Armutsbetroffenen gäben jedoch mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus.

Bezahlbare Wohnungen zu finden, werde für Armutsbetroffene schwieriger. Dabei spiele auch die Sozialhilfe eine Rolle: Setzt sie die Mietzinsgrenzen in ihrer Gemeinde zu tief an, finden Sozialhilfebeziehende keine Wohnung zu diesen Mietvorgaben, so die Caritas. Sie würden gezwungen, in andere Gemeinden oder Kantone mit günstigerem Wohnraum abzuwandern. In den Beratungsstellen der Caritas zeige sich, dass Armutsbetroffene schon wegen um 50 Franken zu hohen Mieten zum Umzug gezwungen würden. Armutsbetroffene seien mancherorts nicht erwünscht und würden über eine aktive Politik der Verknappung von günstigen Wohnungen verdrängt.

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