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Frauen leisten 50% mehr Haus- und Familienarbeit als Männer

Mai 20, 2021 | Aktuelles, Freiwilliges Engagement, Gender- und Gleichstellungsfragen

Frauen arbeiten 28,7 Stunden pro Woche für Haushalt und Familie, Männer 19,1. Der Zeitaufwand für Männer nimmt seit 2010 jedoch stetig zu, so das Bundesamt für Statistik BFS in einer neuen Erhebung.

Im Schnitt leisten Männer drei Stunden mehr Haus- und Familienarbeit als 2010, so das BFS. Bei Frauen blieb der Wert in dem Zeitraum konstant. Ein Blick auf die einzelnen Tätigkeiten zeigt, dass Männer diese Zeit vor allem in die Mahlzeitenzubereitung sowie das Putzen und Aufräumen investieren.

Zusammengenommen betrug die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlte Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit für Mütter in Paarhaushalten mit jüngstem Kind unter 15 Jahren laut BFS im Jahr 2020 durchschnittlich 69,7 Stunden pro Woche (Haus- und Familienarbeit: 52,3 Stunden; Erwerbsarbeit: 16,1 Stunden; institutionalisierte und informelle Freiwilligenarbeit: 1,3 Stunden). Väter in derselben Familiensituation hatten eine Arbeitsbelastung von 68,1 Stunden pro Woche. Davon machte die Erwerbsarbeit 35,4 Stunden aus, die Haus- und Familienarbeit 31,7 Stunden und die Freiwilligenarbeit 1,0 Stunde. Alleinlebende Mütter mit jüngstem Kind unter 15 Jahren wendeten 68,4 Stunden pro Woche für die gesamte bezahlte und unbezahlte Arbeit auf: 46,7 Stunden pro Woche für die Haus- und Familienarbeit, 20,4 Stunden für die Erwerbsarbeit und 1,3 Stunden für Freiwilligenarbeit.

Bei den 65- bis 74-Jährigen Frauen betrug die zeitliche Gesamtbelastung durch bezahlte und unbezahlte Arbeit im Jahr 2020 laut Mitteilung 31,5 Stunden pro Woche, bei den gleichaltrigen Männern 27,1 Stunden. Die Haus- und Familienarbeit macht in dieser Altersgruppe bei Frauen und Männern den grössten Teil aus: Frauen wendeten dafür 26,5 Stunden pro Woche auf, Männer 19,6 Stunden.

Der durchschnittliche Zeitaufwand für bezahlte Arbeit nimmt mit dem Pensionierungsalter stark ab. Hingegen leisten Personen zwischen 65 und 74 Jahren den höchsten Zeitaufwand für Freiwilligenarbeit. So setzten Frauen im Jahr 2020 3,4 Stunden pro Woche für Freiwilligenarbeit ein, Männer 2,6 Stunden (Durchschnittswert der gesamten Altersgruppe – freiwillig engagierte und nicht engagierte Personen). 75-Jährige und ältere Frauen wendeten insgesamt 22,6 Std. pro Woche auf für unbezahlte und bezahlte Arbeit, Männer dieser Altersgruppe 19,7 Stunden.

2020 führten 41,0% der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren mindestens eine unbezahlte Freiwilligenarbeit aus (institutionalisierte und/oder informelle) und setzten dafür im Durchschnitt 4,1 Stunden pro Woche ein. 2016 lagen diese Werte bei 42,7%, respektive 4,3 Stunden.

Die institutionalisierte Freiwilligenarbeit in Vereinen und Organisationen war 2020 laut BFS aufgrund der Covid-19-bedingten Schutzmassnahmen für die Bevölkerung relativ stark eingeschränkt. Dies zeige sich vor allem bei Sport- und Kulturvereinen, wo ein Rückgang von 6,2% respektive 4,5% im Jahr 2016 auf 5,0% respektive 3,5% im Jahr 2020 festzustellen sei. Alles in allem engagierten sich im vergangenen Jahr 15,9% der ständigen Bevölkerung ab 15 Jahren für Vereine oder Organisationen, 2016 waren es noch 19,5% gewesen.

Einen Anstieg zu verzeichnen gab es dagegen bei informellen Freiwilligenarbeiten wie Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung, Dienstleistungen oder Pflege und Betreuung von Verwandten und Bekannten, die nicht im selben Haushalt leben. So leisteten im Jahr 2020 32,5% der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren solche Dienste gegenüber 31,7% im Jahr 2016. Verglichen mit 2016 nahmen die informellen Hilfeleistungen der mittleren Altersgruppen (25- bis 64-Jährige) zu, bei den Personen ab 65 Jahren gingen sie jedoch zurück. Letzteres stehe in Zusammenhang mit der Einschränkung von Kontakten und der Mobilität allgemein als Schutzmassnahme vor Covid-19 besonders für ältere Bevölkerungsgruppen, so die Mitteilung.

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