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“Empfehlungen für Welternährungsgipfel unzureichend”

Jul 12, 2021 | Archiv, Wohlfahrtspflege

Die Empfehlungen des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW für den Welternährungsgipfel sind in weiten Teilen unzureichend und unverbindlich, so das HEKS. Die Bäuerinnen und Bauern bräuchten eine Führungsrolle in den Ernährungssystemen.

Die Schweizer Multi-Stakeholder-Dialoge über die Ernährungssysteme, über die das BLW berichtet habe, seien als Beitrag für den Welternährungsgipfel gedacht. Es sei jedoch illusorisch zu glauben, dass sich durch kurze Austausche zwischen Akteuren mit gegensätzlichen Interessen grundlegende Machtungleichgewichte in Luft auflösten, wird Jelena Filipovic, Mitgründerin von Landwirtschaft mit Zukunft, in einer Medienmitteilung des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS zitiert.

Für echte Transformation brauche es einen umfassenderen Prozess mit Einbezug der Bevölkerung, der auf politische Veränderung ziele. Die BLW-Dialoge hätten nur allgemeine und unverbindliche Handlungsansätze hervorgebracht, so die Mitteilung.

Der bevorstehende Gipfel verstärke den Trend, dass globale Konzerne auf Kosten der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit und damit auf Kosten der Staatengemeinschaft und der Zivilgesellschaft immer mehr Raum in Prozessen der UNO einnähmen. Diese verliere so an Legitimität. Es sei besorgniserregend, dass die UNO-Organisationen den Prozess für die Lösung der aktuellen Probleme in den Ernährungssystemen weitgehend jenen Konzernen in die Hand gebe, die sie mitverursacht hätten.