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Die Zahl der assistierten Suizide nimmt stark zu

Dez 14, 2020 | Aktuelles, Krankheit

Insgesamt haben sich die Häufigkeiten der Todesursachen kaum verändert, so das Bundesamt für Statistik BFS. Mit Ausnahme der assistierten Suizide, die sich im Vergleich zu 2010 mehr als verdreifacht haben.

Im Jahr 2018 starben in der Schweiz insgesamt 1002 Personen durch Suizid, darunter 712 Männer und 290 Frauen. Dies entspricht laut aktueller BFS-Statistik 1,5 Prozent aller Todesursachen. Im Vergleich zu 2017 hat die Zahl der Selbstmorde demnach um 41 Fälle abgenommen. Wie bei anderen Todesursachen gebe es auch bei der Häufigkeit von Suiziden Altersunterschiede, so das BFS. Dabei seien die Zahlen bei Personen unter 65 Jahren mit 466 Männern und 206 Frauen deutlich höher als bei Personen ab 65 Jahren mit 246 Männern und 84 Frauen.

Während die Zahl der Suiziden seit 2010 insgesamt bei jeweils knapp über 1000 pro Jahr stabil geblieben ist, hat sich die Zahl der assistierten Suizide laut Statistik mit 1176 Fällen, darunter 499 Männern und 677 Frauen, im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2010 mehr als verdreifacht. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Anstieg 17 Prozent. Damit machte diese Ursache im Jahr 2018 1,8 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz aus und kam somit häufiger vor als nicht-assistierter Suizid, so das BFS.

Im Gegensatz zu Suiziden waren assistierte Suizide bei Personen ab 65 Jahren mit 431 Männern und 598 Frauen häufiger als bei Jüngeren mit 68 Männern und 79 Frauen. Die assistierten Suizide gingen vorwiegend mit anderen Grunderkrankungen einher. Dazu zählten Krebs mit 40,7 Prozent, Krankheiten des Nervensystems mit 11,5 Prozent, Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 12,8 Prozent sowie andere Erkrankungen wie chronische Schmerzen, Demenz, Depression und Multi-Morbidität mit 35 Prozent, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten.

Infolge der zunehmenden Zahl alter Menschen in der Schweiz nehme zwar die Zahl der Todesfälle zu, hingegen sei die Bevölkerung in einem besseren Gesundheitszustand, so das BFS. Demnach sinken die altersspezifischen Sterberaten seit 20 Jahren in allen Altersgruppen, vor allem bei den unter 50-Jährigen. Die Lebenserwartung bei Geburt betrug 81,9 Jahre bei Männern und 85,6 Jahre bei Frauen und blieb damit gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Im Vergleich zu 2008 war die Lebenserwartung bei Männern um 2 Jahre und bei Frauen um 1,2 Jahre höher.

 

 

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