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Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz wächst

Nov 18, 2019 | Aktuelles, Bildung und Beruf

Die Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sorgen sich zunehmend um ihren Arbeitsplatz und der Stress sowie die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu, wie die diesjährige Ausgabe des «Barometer Gute Arbeit» meint.

42.3 Prozent der Arbeitnehmenden fühlen sich laut Mitteilung von Travail.Suisse durch die Arbeit oft oder sehr häufig gestresst – eine Zunahme von 2.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stress werde immer mehr zum Massenphänomen und die Häufung von emotionaler Erschöpfung zum Gesundheitsrisiko für die Arbeitnehmenden – trotzdem fehle noch immer ein regelmässiges Stressmonitoring durch die Politik, so der Arbeitnehmerverband.

Deutlich negativ habe hat die Dimension Sicherheit entwickelt. Einerseits machen sich demnach immer Arbeitnehmende Sorgen um ihren Arbeitsplatz, andererseits halten 12.4 Prozent ihr Einkommen für nicht mehr angemessen – gegenüber 9.4 Prozent im Jahr 2016. Die einseitige Flexibilisierung der Arbeitszeiten in den letzten Jahren führe zu grösseren Problemen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Rund jeder Vierte berichte von entsprechenden Problemen – gegenüber 2015 ein Plus von 4.5 Prozent.

Obwohl die Aus- und Weiterbildung gemeinhin als Schlüssel für die erfolgreiche Bewältigung des Strukturwandels angesehen würden, erlebe eine Mehrheit der Arbeitnehmenden keine oder unzureichende Förderung der Weiterbildung durch den Arbeitgeber, so Travail.Suisse. Jeder Dritte habe im letzten Jahr keine Weiterbildung besucht. Dies begründe ein Drittel mit zu wenig Unterstützung durch den Arbeitgeber und je ein Viertel nenne zeitliche oder finanzielle Gründe als Ursache der fehlenden Weiterbildung. Bei denjenigen, die im vergangenen Jahr eine Weiterbildung absolviert haben, gebe es grosse Unterschiede in Bezug auf die Unterstützung: Knapp 42 Prozent seien sowohl vollständig finanziell wie vollständig zeitlich unterstützt worden. 16 Prozent erhielten gar keine Unterstützung.

Der «Barometer Gute Arbeit» ist ein Kooperationsprojekt von Arbeitnehmerverband Travail.Suisse und der Berner Fachhochschule und bewertet nach eigenen Angaben seit 2015 repräsentative Ergebnisse zur Qualität der Arbeitsbedingungen in der Schweiz und deren Veränderungen. Die Ergebnisse der fünften Durchführung des «Barometer Gute Arbeit» zeigen laut Mitteilung eine kontinuierliche Verschlechterung in der Bewertung der Arbeitsbedingungen. 2019 werde lediglich eines von 20 Kriterien positiver beurteilt als im Vorjahr – mehr als die Hälfte der Kriterien erzielten gar die tiefsten Werte der letzten fünf Jahre.

 

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