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D: Diakonie Katastrophenhilfe stellt Jahresbilanz vor

Aug 2, 2018 | Aktuelles, Katastrophen und Krieg

Die deutsche Diakonie Katastrophenhilfe fordert laut Mitteilung mehr Menschlichkeit in Politik und öffentlicher Debatte. „In den derzeitigen Diskussionen um Flucht und Asyl spielen Menschen und Einzelschicksale kaum noch eine Rolle“, kritisiert Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts in Berlin. Die meisten Flüchtlinge suchten Schutz im eigenen Land oder in Nachbarstaaten. „Wir fordern einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen, völlig unabhängig davon, wo sie Schutz suchen.“

Das gelte auch für die Menschen in Syrien. Die Diakonie Katastrophenhilfe bewilligte im Jahr 2017 allein rund 6,5 Millionen Euro für die Unterstützung syrischer Flüchtlinge in den Anrainerstaaten und Vertriebene in Syrien. „Wir haben, wie fast alle Hilfsorganisationen, in der Vergangenheit hauptsächlich in den Nachbarstaaten Syriens gearbeitet. Mittlerweile kann aber auch in Syrien selbst deutlich mehr getan werden“, bilanziert Keßler mit Blick auf aktuelle Hilfsprojekte, die sich besonders an die 6,6 Millionen in Syrien vertriebenen Menschen richten. Viele Familien leben dort in notdürftigen Unterkünften, in Zelten oder Ruinen. „Hier muss auch die Bundesregierung umdenken“, so Keßler. „Bislang erhalten wir keine öffentlichen Mittel für unsere Arbeit in Zentralsyrien.“ Nichtstaatliche Akteure wie die Diakonie Katastrophenhilfe können nur für Hilfsprojekte in den Oppositionsgebieten staatliche Gelder beantragen. „Dort zu arbeiten, ist für uns jedoch immer noch extrem schwierig“, so Keßler.

Weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe sei die Hungerkrise in weiten Teilen Ostafrikas. Allein für neue Hilfsprojekte in Südsudan und Somalia habe das evangelische Hilfswerk im Jahr 2017 über 7,5 Millionen Euro bereitgestellt. Durch frühzeitige Warnungen habe die internationale Gemeinschaft gerade noch rechtzeitig reagiert, um zu verhindern, dass zehntausende Menschen verhungern. Laut Keßler sei allerdings nur die Spitze des Eisbergs gekappt. Die Zahl der Hungernden ist weiter gestiegen. Aktuell leiden im Südsudan über sieben Millionen Menschen an akuter Nahrungsmittelknappheit, eine Million mehr als im vergangenen Jahr.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr in 42 Ländern Hilfe geleistet und dafür etwa 43 Millionen Euro bereitgestellt (Vorjahr 59,7 Mio. Euro). Dazu gehören Einsätze in Somalia, dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo, Bangladesch und Syrien. Insgesamt 130 Projekte wurden neu bewilligt.

Emtiaz Ahmed Dulu / Diakonie Katastrophenhilfe

Material

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