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CH: Seelsorge hat in Palliative Care an Respekt gewonnen

Nov 16, 2018 | Aktuelles, Hospizarbeit und Palliative Care

Am nationalen Palliative Care-Kongress in Biel legten die Landeskirchen Leitlinien für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit vor, die die Seelsorge als Fachdisziplin stärken soll. Ein Grundlagenpapier ordnete dazu die Spiritual Care in die Palliativarbeit ein. Eine Kunstinstallation zu den spirituellen Dimensionen der Palliative Care wurde viel beachtet.

Die Seelsorge hat in der Palliative Care weiter an Profil und Respekt gewonnen. So resümieren laut Medienmitteilung die Landeskirchen ihr Engagement am nationalen Palliative Care-Kongress, der am 14. und 15. November in Biel stattfand. Die gemeinsame Fachgruppe Seelsorge habe dort „spürbare Akzente“ vermittelt.

Die Fachgruppe präsentierte „Leitlinien zu interprofessionellen Praxis“ zur Integration von Spiritual Care in die klinische Palliative Care. Eine interprofessionelle Arbeitsgruppe aus Seelsorgenden, Ärzten, Pflegefachpersonen, einer Sozialarbeiterin und einer Psychologin benennt darin Rahmenbedingungen und Grenzen einer solchen Integration. Die Leitlinien könnten ausserdem die Integration von Spiritual Care im schweizerischen Gesundheitswesen anregen und fördern, so die Fachgruppe.

In einem dazu gehörigen Grundlagenpapier plädiert die Arbeitsgruppe für ein „sensibles Wahrnehmen, Erkunden und Dokumentieren von spirituellen Aspekten“, heisst es im Medienbericht. In lebensgeschichtlichen Umbrüchen könnten diese als wertvolle Ressource dienen. Dabei unterscheide das Papier jene Grundkompetenz und Achtsamkeit von Spiritual Care, welche von Mitarbeitenden in Gesundheitsberufen wahrgenommen wird, von spezialisierten Formen wie der Seelsorge, die eines spezifischen Studiums bedürften. Jedoch sei Zusammenarbeit das Ziel, nicht Abgrenzung.

Eine Indikationenliste soll schliesslich Gesundheitsfachleute dabei unterstützen, spirituelle Bedürfnisse besser zu erkennen und Fachkräfte der Seelsorge gezielt beizuziehen. In einer ausführlichen Version seien zudem Interventionen der Seelsorge und Impulse zur interdisziplinären Betreuung formuliert. In Zürich ist die Seelsorge laut Medienbericht bereits erfolgreich in die ambulante Palliative Care eingebettet. Dort stehe kantonsweit binnen 24 Stunden ein Team von ausgebildeten Seelsorgenden zur Verfügung.

Noch nie habe es so viele Referate, Seminare und Mitteilungen zur Seelsorge gegeben, heisst es. Sinnbildlich für dieses Engagement habe eine „stark beachtete“ Kunstinstallation gewirkt, welche die drei Schweizer Landeskirchen ermöglicht hätten. Dabei habe der Szenograf Mik Gruber nach Wegen gesucht, die spirituelle Dimension der Palliative Care gleichsam erlebbar zu machen. Mit Musik, Licht und Klang konnten «Frei-Räume» entdeckt werden.

Die Kunstinstallation „Räume öffnen“ von Mik Gruber, hier während der Fachtagung Palliative Care im September 2018.
Bild: diakonie.ch/Gion Pfander.

Material

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