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Diakonie Schweiz führt Erhebung zum Diakonat in den Kantonalkirchen durch

Mai 14, 2018 | Aktuelles, Diakonie Schweiz

Im zweiten Jahr ihres Bestehens traf sich die Plenarversammlung, das oberste Entscheidgremium der Diakonie Schweiz, am heutigen 14. Mai in Bern. Neben einem Schwerpunkt auf dem Thema „Caring Communities“ wird eine Erhebung zu Diakonie und Diakonat in den Kantonalkirchen durchgeführt.

„Ich finde es wichtig, dass Sie sich in kirchenpolitischer Hinsicht intensiv mit verschiedenen Fragen der Diakonie beschäftigen, Gemeinsamkeiten suchen und ein Vorgehen vereinbaren“, so das Ratsmitglied des Kirchenbundes Ruth Pfister in Ihrem Grusswort. Ein gemeinsamer Grundkonsens in Fragen der Ausbildung fördere zudem das gegenseitige Verständnis „und macht uns transparent und verlässlich, auch für unseren Nachwuchs in der Diakonie“.

Die Plenarversammlung beschäftigte sich unter anderem mit dem aktuellen Stand der vier Arbeitsgruppen der Diakonie Schweiz. Aus dem laufenden Betrieb berichteten die Gruppen “Projekte und Praxis”, “Grundlagen und Forschung”, “Aus- und Fortbildung” sowie “Kirchen und Werke”. Unter anderem nimmt sich die Arbeitsgruppe Projekte und Praxis dem Thema „Caring Communities“ in Form einer Materialsammlung und einer Tagung an. Hier steht die Arbeitsgruppe in engem Austausch mit der Fachgruppe Palliative Care, die zum gleichen Thema eine Tagung im Herbst 2018 durchführen wird.

Erhebung „Diakonie und Diakonat in den Kantonalkirchen“

Die meisten Kantonalkirchen der Deutschschweiz berufen sich auf die „Mindestanforderungen zur sozialdiakonischen Anerkennung“, wenn es um die Anerkennung und Anstellung der Sozialdiakoninnen und Sozialdiakonie geht. Die Arbeitsgruppe „Projekte und Praxis“ der Diakonie Schweiz möchte nun eine Umfrage unter den Kirchen vornehmen, um den aktuellen Stand abzubilden. Eine erste Umfrage hat vor fünf Jahren stattgefunden.

Der Fragebogen fragt nach dem Grundverständnis der Diakonie in den Kirchen und dem sozialdiakonischen Berufsfeld, nach Mindestanforderungen, Anstellungsverhältnissen und Strukturen. Eine Testphase mit drei unterschiedlich grossen Kirchen hat stattgefunden, in den nächsten Wochen sollen die Kirchen der Deutschschweiz befragt werden. Eine Koordination mit den Kirchen der Romandie soll gesucht werden. Die Ergebnisse sollen der Plenarversammlung im November 2018 vorgelegt werden.

Beispiele aus der Praxis

Aus der Praxis vorgestellt wurden ausserdem die Projekte “Maison de la diaconie” aus dem Waadtland sowie der CAS Diakonieanimation aus St. Gallen. So soll innerhalb der Waadtländer Reformierten Kirche ein Gebäude mit Notunterkünften, einem „Saal der Solidarität“ und einem Raum für Spiritualität entstehen, den solche Personen nutzen sollen, die kurzfristig eine Unterkunft suchen: entlassene Häftlinge, Opfer häuslicher Gewalt, abgewiesene Asylsuchende und andere, wie die Waadtländer Synodalrätin Pascale Gilgien erläutert.

Der CAS Diakonieanimation der Fachhochschule St.Gallen soll Interessierte befähigen, Menschen in prekären Lebenssituationen zu helfen. Die Absolventinnen und Absolventen sollen konkrete Bedürfnisse in den Gemeinden erkennen und Projekte durchführen, die zum Beispiel Menschen in Armut helfen. Die Ausbildung vermittelt dazu die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten. Der Schwerpunkt dieses 5´600 Franken kostenden CAS liegt auf der Projektarbeit, so die Delegierte Maya Hauri Thoma.
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Die 2017 gegründete Konferenz des Kirchenbundes schließt die Diakoniekonferenz, die Deutschschweizer Diakonatskonferenz und das Projekt diakonie.ch unter einem Dach zusammen. Die Diakonie Schweiz fördert den Informationsaustausch zu gemeindediakonischen Projekten, pflegt den Dialog mit der diakoniewissenschaftlichen Forschung sowie zu Netzwerken und legt die Standards der diakonischen Ausbildung fest. Damit werden diakonische Arbeiten aus einer Hand geleistet.

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