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CH: Pflegeverband veröffentlicht ethischen Standpunkt zur Begleitung am Lebensende

Feb 8, 2018 | Aktuelles, Hospizarbeit und Palliative Care

Der aktuelle ethische Standpunkt des Schweizer Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) beschreibt die Komplexität der pflegerischen Begleitung von Menschen am Lebensende und schlägt Handlungsempfehlungen für die Pflege vor.

“Umgang mit moralischem Stress des Pflegepersonals bei der Begleitung von Menschen am Lebensende” lautet der Titel der gestern veröffentlichten Publikation. Situationen am Lebensende erfordern eine fürsorgliche Haltung, um den Bedürfnissen der Patienten und Angehörigen gerecht zu werden, heisst es dort.

Dabei sei die Entwicklung der Palliativpflege erfreulich, sie werde allerdings nicht überall dort angeboten, wo sie notwendig sei. Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und die Vielfalt der gesundheitlichen Bedürfnisse führten zudem zu neuen ethischen Herausforderungen für den Pflegeberuf. Darüber hinaus beschrieben Pflegefachpersonen “eine Zunahme der Menschen, die unter einer schweren Beeinträchtigung von Gesundheit und Autonomie leiden und sich an Sterbehilfeorganisationen wenden”, so der SBK.

Pflegen bedeute, einen Menschen zu begleiten und seinen Willen und seine Wahl zu respektieren: Pflegefachpersonen seien moralisch und ethisch besonders herausgefordert, wenn der Patient keine Last für die Angehörigen sein wolle, Angst habe, wegen schlechter Pflege zu leiden, oder seine Abhängigkeit in einer Gesellschaft, “die sich massgeblich an den Werten von Jugend, Schönheit und Leistung orientiert”, nicht ertragen könne. Pflegefachpersonen gerieten unter “moralischen Stress”, wenn sie ihre beruflichen und persönlichen Werte nicht mehr einhalten könnten.

Der SBK-Standpunkt gibt Empfehlungen an Pflegefachpersonen, das Team, die Organisation und das Gesundheitssystem. So könnten ethische Fallbesprechungen und Rituale angeboten werden, sei es nach dem Tod eines Patienten oder “wenn er die Institution verlässt, um einen begleiteten Suizid durchzuführen”. Die Arbeitgebenden sollten Spezialisierungen in Palliative Care anbieten und fördern, zudem sollte die Organisation “offen über die Situation von Patienten sprechen, die sich für assistierten Suizid entscheiden, und diesen Entscheid respektieren”.

Der SBK engagiere sich für die Lebensqualität von Patienten am Lebensende und fördere die Pflegequalität “auch im Falle des Wunsches nach einem assistierten Suizid”, heisst es als Schlussbemerkung. Der Umgang mit ethischen Herausforderungen solle gefördert werden, um unnötigem moralischem Stress bei Pflegefachpersonen in der Begleitung am Lebensende vorzubeugen.

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner vertritt rund 25’000 diplomierte Pflegefachpersonen in der Schweiz und ist nach eigenen Angaben einer der grössten Berufsverbände im Gesundheitswesen.

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