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CH: Nationalrat: Nur Vollzeitstellen zählen für Lohnanalyse

Sep 26, 2018 | Aktuelles, Gender- und Gleichstellungsfragen

Pflicht zur Lohnanalyse ja, aber erst ab 100 Vollzeitstellen, sagt der Nationalrat. Dieser nehme die Lohndiskriminierung nicht ernst, sagen die Evangelischen Frauen Schweiz, und verlangen Korrektur vom Ständerat.

Nach dem Willen des Nationalrates sollen Unternehmen ab 100 Vollzeitstellen zu Lohnanalysen verpflichtet werden. Der Bundesrat hatte eine Schwelle von 50 Angestellten vorgeschlagen, womit 2 Prozent der Unternehmen und 54 Prozent der Arbeitnehmenden erfasst würden. Schon der Ständerat sprach sich für 100 Angestellte aus, was 0,85 Prozent der Unternehmen und 45 Prozent aller Arbeitnehmenden beträfe. Mit der weiteren Einschränkung auf Vollzeitstellen nimmt der Nationalrat noch einmal weniger Unternehmen ins Visier. Zudem sollen laut Nationalrat auch Lernende nicht angerechnet werden.

Weiter sollen Unternehmen gemäss National- wie Ständerat von weiteren Analysen befreit werden, sobald sie einmal die Lohngleichheit nachgewiesen haben. Der Bundesrat wollte Unternehmen alle vier Jahre zur Analyse verpflichten. Ausserdem wollen die Räte die Massnahme auf zwölf Jahre befristen. Die Vorlage geht nun zurück an den Ständerat.

„Der Nationalrat nimmt die Lohndiskriminierung nicht ernst“, so Dorothea Forster, Präsidentin der Evangelischen Frauen Schweiz EFS, gemäss Medienmitteilung. Vor allem Frauen arbeiteten oft Teilzeit. Unternehmen, die viele weibliche Angestellte haben, würden mit dem Entscheid des Nationalrates weniger wahrscheinlich zu einer Lohnanalyse verpflichtet. Die EFS forderten den Ständerat auf, den Vorschlag des Nationalrates abzulehnen und für ein griffiges Gesetz zu sorgen.

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