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CH: Kinder werden kaum in Gebäudeplanung einbezogen

Okt 26, 2018 | Aktuelles, Kinder und Jugendliche

UNICEF hat in Zusammenarbeit mit der Paul Schiller Stiftung untersucht, ob und wie Kinder und Jugendliche in die Raum- und Gebäudeplanung einbezogen werden. Kaum, weil die Bauträgerschaft dies nicht explizit wünscht, lautet die Antwort der Architekten.

Die Anliegen von Kindern und Jugendlichen werden bei der Planung und Realisierung von Freiräumen und Bauobjekten kaum berücksichtigt. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen steht in der Schweiz noch ganz am Anfang. Dies ergaben die Ergebnisse einer Umfrage von UNICEF Schweiz und der Paul Schiller Stiftung.  Dazu wurden Expertinnen und Experten aus der kommunalen und privatwirtschaftlichen Raum-, Verkehrs- und Bauplanung, Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur befragt.

Bisher wurden nur wenige Kinder und Jugendliche miteinbezogen, weil ein klarer Auftrags von Seiten der Bauträgerschaft dazu fehle, so der Bericht. Dies, obwohl die UN-Kinderrechtskonvention, die für alle staatlichen Behörden und Verwaltungsebenen der Vertragsstaaten verbindlich ist, unmissverständlich die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen bei allen Belangen, die sie betreffen, fordere, betont das UNICEF. Auch das Bundesgesetz über die Raumplanung verpflichte grundsätzlich die Behörden, dass die Bevölkerung – und damit auch Kinder und Jugendliche als Teil davon – in die Lage versetzt wird, bei Planungen in geeigneter Weise mitzuwirken.

Einen häufigen Grund für das fehlende Mitwirken sähen die Befragten darin, dass sie bisher keine Planungs- und Bauprojekte durchgeführt hätten, die Kinder und Jugendliche betreffen. Kinder und Jugendliche seien jedoch überall – nicht nur auf dem Schulgelände, Spielplatz oder Jugendtreff, so UNICEF.

Drei Viertel der Befragten mit entsprechender Mitwirkungserfahrung beurteilen laut dem jüngst veröffentlichten Bericht „Kinder von heute im Raum von morgen“ die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen als gut bis sehr gut. Ihr Einbezug beschränke jedoch auf Schulhäuser, Spielplätze und öffentliche Parkanlagen, also Anlagen, die zu ihrem Zweck erstellt würden, heisst es. Viele der Befragten gaben demnach an, dass sie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Bedarfsanalyse für sinnvoll hielten. Gleichzeitig würden unter Umständen „nicht zu erfüllende Hoffnungen“ geweckt. Das Know-how, wie Mitwirkungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen gewinnbringend durchgeführt werden, solle daher in den betreffenden Berufsgruppen als Teil der Ausbildung in die entsprechenden Lehr- und Studiengänge aufgenommen werden. So eine Empfehlung des Berichtes.

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