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CH: Geschätzte 20’000 Kinder in Pflegefamilien und Heimen

Nov 1, 2018 | Aktuelles, Kinder und Jugendliche

Statistische Daten zu Pflege- und Heimkindern sind laut PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz nur schwer zu bekommen, weil die Kantone teils Widerstand leisten. So sollen die Hochrechnungen des aktuellen Berichtes vorläufig die letzten bleiben.

Bis zu 19’000 Kinder und Jugendliche waren 2015 bis 2017 in der Schweiz fremdplatziert. Davon lebten gut 30 Prozent in Pflegefamilien, knapp 70 Prozent in Kinder- und Jugendheimen. Diese Schätzung kommunizierten PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz und der Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik INTEGRAS in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Die vorgenommene Erhebung fokussiere nicht nur auf Lücken und Handlungsspielräume in der Pflegekinderhilfe, sondern auch im Heimbereich. In beiden Bereichen bestehe in vielen Kantonen ein grosses Defizit, was die Fortführung der finanziellen und anderweitigen Unterstützung von sogenannten Care Leavern betrifft, also von Pflege- und Heimkindern, die volljährig werden und der Jugendhilfe erwachsen. In der stationären Erziehungshilfe orteten die Kantone fehlende Mittel, um etwa genügend Plätze in Institutionen finanzieren zu können. So gebe es in manchen Kantonen zu wenige Kriseninterventionsplätze, zu wenige Plätze für psychisch kranke Kinder oder in Heimen für Kleinkinder.

Bis heute fehlen in der Schweiz aktuelle statistische Daten zu Pflege- und Heimkindern, schreiben die Verbände. Das Vorhaben, dies zu ändern, sei auf Widerstand aus den Kantonen gestossen. Die Erhebung sei in den Kantonen „sehr zäh“ verlaufen, so die Verbände. Bei der Anzahl der Pflege- und Heimkinder in allen Bestandsaufnahmen 2015-2017 müsse es deshalb bei hochgerechneten Schätzwerten bleiben, da jeweils nur höchstens zwei Drittel der Kantone statistische Daten geliefert hätten. Bei der Bestandsaufnahme 2017 handele es sich damit vorläufig um den letzten Bericht. PACH und INTEGRAS wollten aber laut Mitteilung eng am Thema bleiben.

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