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CH: BAG: Ein tiefes Bildungsniveau versechsfacht das Lungenkrebsrisiko

Jan 22, 2018 | Aktuelles, Gesundheitliche Versorgung

Einkommen, Bildungsniveau und Migrationshintergrund haben bedeutende Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Das BAG möchte in diesem Jahr der gesundheitlichen Chancengleichheit eine hohe Priorität einräumen.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG veröffentlichte Ende der vergangenen Woche eine Broschüre zum Thema „Chancengleichheit und Gesundheit“. Um sich dem Phänomen zu nähern, hat das Bundesamt zunächst eine Bestandsaufnahme vorhandener Daten durchgeführt. Dabei habe sich der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf zahlreiche Krankheiten gezeigt, wie das BAG mitteilte.

In der Schweiz besteht beispielsweise für Personen mit tieferem Einkommen ein sechsmal höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Auch Diabetes tritt hier zweimal häufiger auf. Ausserdem besteht bei diesen Personen ein 2,3-mal höheres Risiko für Rückenschmerzen. 37 Prozent von ihnen haben Bluthochdruck. Bei Personen mit höherem Bildungsniveau sind es 25 Prozent.

Auch unser Verhalten werde durch sozioökonomische Faktoren beeinflusst, so das BAG. In der Schweiz lebende Migrantinnen und Migranten verzichten demnach sechsmal häufiger auf medizinische Leistungen als Einheimische. 75 Prozent der Personen mit höherem Bildungsniveau sind mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv, während es bei Personen mit tieferem Bildungsniveau und tieferem Einkommen 54 Prozent sind. 22 Prozent der Personen mit höherem Bildungsniveau essen genügend Früchte und Gemüse, gegenüber 15 Prozent mit tieferem Bildungsniveau.

Die Broschüre erscheint im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten“, die im Jahr 2018 den Fokus auf die Frage der gesundheitlichen Chancen der Schweiz richtet. „Armut macht krank“ und „Krankheit macht arm“ beschreibe in aller Kürze die oftmals ungünstige Wechselwirkung zwischen Bedingungen und Zustand von Gesundheit, so die Broschüre, die einen Beitrag dazu leisten solle, „Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsförderung, Prävention und Kuration zu verringern“. 

Die Bemühungen zur Förderung der Chancengleichheit hätten sich bislang auf den Migrationsbereich konzentriert. Hier seien „ermutigende Ergebnisse“ erzielt worden. Nun sollen weitere benachteiligte Bevölkerungsgruppen einbezogen werden.

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