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CH: Caritas fordert Investition in Flüchtlingsausbildung

Mai 24, 2018 | Aktuelles, Migration und Flucht

Lieber in die Integration investieren als in die Sozialhilfe, so die Caritas. In einem Positionspapier fordert sie Bund und Kantone dazu auf, in angepasste Ausbildungsgänge für junge Flüchtlinge zu investieren.

Ausbildungsgänge für junge Flüchtlinge müssten rasch nach deren Einreise in die Schweiz beginnen, so die Caritas in einem Mediencommuniqué. Erfahrungen zeigten, dass sie „sehr lernwillig“ seien. Jeder Tag ohne Ausbildung sei ein verlorener Tag. Wenn jeder das Niveau der obligatorischen Schule erreichen könne, seien gute Voraussetzungen für die Berufsausbildung und die Integration gelegt.

Ende letzten Jahres lebten laut Caritas rund 42’000 junge vorläufig Aufgenommene, Flüchtlinge oder Asylsuchende in der Schweiz. Diese brächten sehr unterschiedliche Schulerfahrungen und berufliche Voraussetzungen mit. Um die Voraussetzungen für eine Ausbildung und die spätere wirtschaftliche Existenzsicherung zu schaffen, seien weitreichende Verbesserungen in den Integrationsangeboten notwendig. Bund und Kantone müssten dafür besorgt sein, dass alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Flüchtlingsbereich bis mindestens 30 Jahren das Niveau der obligatorischen Schule erreichen.

Die von Bund und Kantonen jüngst verabschiedete Integrationsagenda bezeichnete die Caritas als „Meilenstein“. Die Kantone müssten jedoch konkrete Massnahmen erarbeiten, damit es nicht bei hehren Absichten bliebe. Die Erhöhung der Beiträge durch den Bund dürfte die Kantone zudem nicht dazu verleiten, die eigenen Investitionen zurückzufahren. Dies wäre „eine Sparmassnahme auf dem Buckel der Flüchtlinge“ und würde das eigentliche Ziel torpedieren.

Die Caritas wünscht sich zudem ein jährliches Monitoring der Kantone durch den Bund. Dieses müsse Auskunft darüber geben, welche Kantone die Integrationsziele besser und rascher erreichten. Es solle „ein wünschenswerter Wettbewerb“ zwischen den Kantonen entstehen.

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