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CH: „Als Flüchtling wird die Welt zum Spiessrutenlauf“

Jun 6, 2018 | Aktuelles, Migration und Flucht

Unsere Forderungen machen Flüchtlinge bewegungs- und tatenlos, mahnen Religionsgemeinschaften anlässlich des diesjährigen Flüchtlingssabbats und Flüchtlingssonntags am 16. und 17. Juni. 

„Wer auf gepackten Koffern sitzt, ist auf dem Sprung, entweder in den wohlverdienten Urlaub oder in die unbekannte und ungewisse Fremde.“ So leiten die christlichen Kirchen und die jüdische Gemeinschaft ihren diesjährigen Aufruf zum Flüchtlingssabbat und Flüchtlingssonntag vom 16. und 17. Juni ein. Als Reiseziel winke „im günstigsten Fall der entspannende Urlaubsort, im ungünstigsten Fall das befremdliche Exil“.

Touristen seien als Wirtschaftsfaktor willkommen, weil sie für ihre Forderungen bezahlen. Flüchtlinge seien hingegen unbeliebt, weil „ihre Ansprüche Kosten verursachen“. Wenn sie wieder gingen, wünsche niemand ihre Rückkehr. Als Flüchtling werde die Welt zum gefährlichen Spiessrutenlauf, so die Religionsgemeinschaften.

Flüchtlingspolitik werde zu einer Geste der Grosszügigkeit, die von den Flüchtlingen „möglichst umfassende Anpassung“ erwarte. Flüchtlinge seien bei uns ständig mit Forderungen konfrontiert. Diese seien Ausdruck von Misstrauen und machten durch möglichst enge, unattraktive Grenzen „bewegungs- und tatenlos“.

In Anlehnung an den biblischen Propheten Jeremia zitiert der Aufruf den Gedanken, das Wohl der Stadt zu einer Sache aller, „vor allem der Flüchtlinge“, zu machen. Der Prophet habe dies geäussert, weil er den Flüchtlingen vertraute und um ihre Kompetenzen gewusst habe: „Gerade den Flüchtlingen mutet er die fundamentale Aufgabe für das Gemeinwohl zu“, so der Aufruf. Dies sei „biblische Integrationspolitik“.

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