Aktuelles

Brot für die Welt wendet sich gegen Green-Labeling von Atomkraft und Erdgas

Jan 12, 2022 | Aktuelles, Klimaschutz

In der aktuellen Debatte um ein Green-Labeling der Stromerzeugung aus Atomreaktoren und Gaskraftwerken im Rahmen der EU-Taxonomie warnen Brot für die Welt und Misereor vor den Konsequenzen der Entscheidung für die Menschen im Globalen Süden.

Die aktuelle Debatte in der EU über die Nachhaltigkeit von Atomenergie und Erdgas sei nicht nur bedeutsam für die Erreichung der Klimaziele, sondern habe auch globale Auswirkungen auf Klimakrise und Menschenrechte in Afrika, Asien und Lateinamerika, so Brot für die Welt in einer Medienmitteilung.

Gerade jetzt stünden auf dem afrikanischen Kontinent weitreichende Entscheidungen über Erdgasförderungen an. Sollte die EU fossiles Erdgas als nachhaltige Energie klassifizieren, würde dies einen Investitionsschub auslösen.

Mit den Umwelt- und Klimafolgen dieser Entscheidungen müssten zuerst die Menschen leben, die schon jetzt in immer kürzeren Zyklen von wiederkehrenden Dürren und Überflutungen besonders betroffen seien. Weder fossiles Erdgas noch Atomkraft hätten in einer klimaneutralen Welt einen Platz. Von Nachhaltigkeit könne bei beiden keine Rede sein.

Darüber hinaus befeuere die Jagd nach fossilen und nuklearen Brennstoffen durch internationale Großkonzerne Konflikte um Landrechte und Ressourcen, bei denen die lokale Bevölkerung immer wieder unter die Räder käme, so die Mitteilung weiter. Dies führe der Konflikt in der mosambikanischen Provinz Cabo Delgado aktuell dramatisch vor Augen. Hier sei der seit mehr als vier Jahren andauernde Konflikt mittlerweile so eskaliert, dass die EU es für notwendig halte, sich an einer internationalen Militärintervention zum Schutz der Interessen der Gasförderindustrie zu beteiligen.

Im Sinne der globalen Klimagerechtigkeit und vor dem Hintergrund der massiven Verletzung von Menschenrechten bei der Förderung von Uran und Gas dürften Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke nicht im Taxonomie-Regelwerk mit einem grünen Anstrich versehen werden. Für Greenwashing von fossilen Ressourcen und ewiggestrigen Technologien wie der Atomkraft habe man keine Zeit. Man müsse sich auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Senkung des Energie- und Rohstoffbedarfs konzentrieren.

 

 

Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren

Aktuelle Nachrichten und hintergründige Debatten: Abonnieren Sie gratis den Newsletter der Diakonie Schweiz.

Vielen Dank für Ihr Interesse! Wir haben Ihnen eine Email zur Bestätigung geschickt. Bitte klicken Sie dort auf den Link.

Share This