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Amnesty: Twitter versagt beim Schutz von Frauen vor Online-Gewalt

Sep 23, 2020 | Aktuelles, Gewaltschutz

Trotz wiederholter Versprechen versagt Twitter noch immer beim Schutz von Frauen vor Online-Gewalt, sagt ein neuer Bericht von Amnesty International. Viele Frauen äusserten sich bereits nicht mehr öffentlich auf der Plattform.

Eine laut Mitteilung von Amnesty erstellte Scorecard analyisert die Umsetzung einer Reihe von Empfehlungen für das Social-Media-Unternehmen. Einzelne Fortschritte seien seit den ersten Hinweisen 2018 erzielt, doch müsse Twitter noch einiges unternehmen, um das Problem wirksam anzugehen, so Amnesty. So habe das Unternehmen erst eine von zehn konkreten Empfehlungen umgesetzt und nur begrenzt Fortschritte bei der Schaffung von Transparenz geschaffen, was den Umgang mit Missbrauchsmeldungen angehe.

Der mangelnde Schutz führe dazu, dass viele Frauen sich bereits nicht mehr öffentlich auf der Plattform äussern oder ihre Beiträge schon im Vorhinein selbst zensieren, so die Mitteilung. Mittlerweile machten es Frauen jedoch auch öffentlich, wenn sie Gewalt auf Twitter erlebten und berichteten darüber, ob das Unternehmen darauf angemessen reagiere.

Die konstante Gewalt, die Frauen auf Twitter erlebten, untergrabe ihr Recht, sich frei, gleichberechtigt und ohne Angst zu äussern, heisst es. Betroffen seien vor allem Frauen ethnischer oder religiöser Minderheiten, marginalisierte Kasten, Lesben, Bisexuelle und Transfrauen ebenso wie nicht-binäre Personen und Frauen mit Behinderungen.

Die Social-Media-Plattform müsse transparenter werden, was automatisierte Prozesse anbelange, welche Online-Gewalt gegen Frauen herausfiltern sollten. Twitter habe zwar Details über die Algorithmen bekanntgegeben, mit denen es gegen Falschinformationen zur aktuellen Covid-19-Pandemie vorgehe, die gleiche Transparenz über den Einsatz von Algorithmen zu missbräuchlichen Tweets gegen Frauen stehe jedoch noch aus.

In einigen Bereichen habe Twitter Fortschritte erzielt, darunter bei der Verbesserung des Melde-Vorganges. Dabei würden Twitter-User nun besser durch den Prozess geführt und erhielten mehr Informationen darüber, welche Entscheidungen getroffen würden.

 

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