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Alterung der Gesellschaft erhöht Bedarf an Pflegeleistungen drastisch

Jan 13, 2020 | Aktuelles, Pflege

2020 ist das internationale Jahr der Pflegefachpersonen und Hebammen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ruft dazu die Regierungen weltweit auf, diese Berufsgruppen zu fördern und ihr Potenzial besser zu nutzen. Auch in der Schweiz besteht Handlungsbedarf, so der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK.

Pflegefachpersonen und Hebammen seien ein fundamentaler Teil der Gesundheitsversorgung, so der SBK in einer Medienmitteilung. Sie machten weltweit die Hälfte der Gesundheitsfachpersonen aus. In vielen Ländern seien sie oft die einzig überhaupt erreichbaren Fachpersonen und sie übernähmen damit in der medizinischen Grundversorgung eine tragende Funktion. Schätzungen gingen davon aus, dass bis 2030 weltweit ein Mangel an 9 Millionen Pflegefachpersonen und Hebammen herrschen werde.

Ein Mangel an Pflegefachpersonen und Hebammen würde dazu führen, dass die nachhaltigen Entwicklungsziele SDG (Sustainable Development Goals) aus der UN-Agenda 2030 nicht zu erreichen seien. Das betreffe nicht nur direkt gesundheitsbezogene Ziele, sondern auch zahlreiche andere Ziele, wie etwa die Bekämpfung von Armut, die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, den Zugang zu sanitären Anlagen und die Gleichstellung von Frauen und Mädchen.

Auch in der Schweiz wird gemäss SBK ein zunehmender Fachkräftemangel prognostiziert. Genauso wie in vielen Ländern der Welt sei die Politik gefordert, Massnahmen zu ergreifen, damit eine professionelle Versorgung aller Patientinnen und Patienten auch in Zukunft gewährleistet sei. Die Alterung der Gesellschaft werde den Bedarf an Pflegeleistungen drastisch erhöhen, so der Fachverband. Auch am Lebensanfang bestehe Handlungsbedarf. So verunmöglichten knappe Stellenschlüssel im Spital eine 1:1 Betreuung unter der Geburt. Eine interventionsarme, hebammengeleitete Geburt, welche sich viele Frauen und Paare wünschen, werde noch zu wenig angeboten.

Eine grosse Herausforderung sowohl bei den Hebammen wie bei den Pflegefachpersonen stelle die tiefe Berufsverweildauer dar. Ein Hauptfokus müsse daher auf die Arbeitsbedingungen gerichtet werden, denn diese seien in der Schweiz zu wenig attraktiv, so dass viele ausgebildete Fachkräfte den Beruf verliessen. Das sei auch eine der zentralen Forderungen der Pflegeinitiative. Es brauche dringend neue interprofessionelle Versorgungsmodelle, in welchen alle Beteiligten in eigener fachlicher Verantwortung tätig sein könnten. Diese Kompetenzerweiterung bringe eine Attraktivitätssteigerung des Tätigkeitsfeldes, wirke somit der zu kurzen Berufsverweildauer entgegen und helfe gleichzeitig Kosten einzusparen. Solche innovative Versorgungsmodelle würden in einigen EU-Ländern bereits gelebt und stützten sich auf Erkenntnisse von international bewährten Modellen aus der Pflege- und Hebammenwissenschaft.

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