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Altersbetreuungsverband fordert Lockerung des Besuchsverbots in Heimen

Apr 23, 2020 | Aktuelles, Aktuelles - Corona, Gesundheitliche Versorgung

Es ist an der Zeit, mit individuellen Lösungen schrittweise aus dem Besuchsverbot in Heimen zu finden, fordert die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter UBA.

Die Haupttätigkeit der UBA habe sich in den letzten Wochen auf die Vermittlung zwischen Heimbewohnenden, Angehörigen und Heimleitungen konzentriert, ausserdem auf die Beratung zum Schutz vor der Coronaviruserkranung und auf die Verhinderung vor Vereinsamung.

Auffallend sei, dass die Bandbreite vom schwer an Demenz erkrankten Pflegeheimbewohnenden bis zum rüstigen Altersheimbewohnenden in einen Topf geworfen werde und demselben Besuchs-, eventuell Ausgangsverbot unterstehe, so die UBA.

Der Alltag von Alters- und Pflegeheimbewohnenden gestalte sich unterschiedlich und sei immer ein Abwägen zwischen den Notwendigkeiten im Interesse aller und den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen. Grosser Respekt gebühre den Verantwortungstragenden und Mitarbeitenden aller Alters- und Pflegeheimen im Umgang mit den sich neu stellenden Herausforderungen.

Für die UBA steht das Wohl der älteren Menschen im Mittelpunkt der Arbeit und somit die Frage, was Heimbewohnende in dieser Situation für sich selbst als notwendig und sinnvoll erachten, heisst es in der Mitteilung. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Antworten so unterschiedlich ausfallen, wie diese Altersgruppe heterogen sei. Bei der Entscheidungsfindung sei deshalb eine individuelle Risikoabwägung notwendig, für welche Heimleitungen zusammen mit den Betroffenen und Angehörigen die Verantwortung trügen. Dem solle bei zukünftigen Entscheiden, auch bei der Lockerung des Besuchsverbots Rechnung getragen werden.

Heimbewohnende benötigen weiterhin einen sehr hohen Schutz vor der Ansteckung mit Covid-19, so die UBA. Sie bedürften aber auch der Entscheidungsfreiheit, wie sie mit Angehörigen in Kontakt treten wollten, sei dies mit Video-, Telefongesprächen, sie dies in Besucherboxen, im Eingangsbereich durch grosse Plexiglasscheiben oder vom Balkon in den Garten plaudernd mit oder ohne Handy. Für Menschen, die sich in besonders schwierigen oder belastenden Situationen befänden, sollten persönliche Lösungen erarbeitet werden, immer unter strikter Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln.

Als ungerechtfertigt erachtet die UBA laut Mitteilung, Bewohnende vollständig in ihren Zimmern zu isolieren, es sei denn in einem Bereich des Heims lebten bereits Covid19-Patienten, und ein Verbot von Spaziergängen, die allein im Garten unternommen werden könnten.

 

 

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