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15’000 Mädchen in der Schweiz von Genitalbeschneidung bedroht

Feb 1, 2019 | Aktuelles, Gewaltschutz

Caritas erinnert an den internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar. Die Begründungsmuster für die Beschneidung seien zahlreich. Dementsprechend vielfältig müssten auch die Ansätze zu deren Bekämpfung ausfallen, so das Hilfswerk.

Gemäss Schätzungen sind bis zu 15’000 Mädchen und Frauen in der Schweiz von einer Genitalbeschneidung bedroht oder betroffen, schreibt die Caritas in einer Medienmitteilung zum 6. Februar. Sie alle hätten ein Anrecht auf Schutz und eine bedarfsgerechte Versorgung.

Das Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz bietet demnach Beratung für Betroffene an und schult Fachpersonen aus dem Sozial-, Asyl- und Gesundheitsbereich zum Thema. Zudem unterstützt das Netzwerk den Aufbau von lokalen Anlaufstellen in den Regionen, damit Betroffene niederschwellige Hilfe finden.

Die Schweiz hat 2012 einen eigenen Straftatbestand zur weiblichen Genitalverstümmelung geschaffen. Doch es brauche mehr als ein Verbot, so die Caritas. Um das Tabu um die jahrtausendalte Tradition zu brechen, sei Sensibilisierungsarbeit in den betroffenen Migrationsgemeinden notwendig. Das Netzwerk arbeitet mit rund 50 Personen zusammen, die regelmässig Anlässe in ihren Gemeinschaften durchführen. Mit viel Geduld und Respekt schafften sie die nötige Vertrauensbasis, um über die Folgen der Beschneidung zu sprechen.

Die weibliche Genitalverstümmelung sei eine vielschichtige Problematik und deren Begründungsmuster zahlreich. Dementsprechend müssen auch die Ansätze zu deren Bekämpfung ausfallen, betont die Caritas. Deshalb setze sich das Netzwerk mit einer breiten Palette von Massnahmen gegen die Beschneidung ein.

Finanziert wird das Netzwerk vom Staatssekretariat für Migration (SEM) durch den Integrationskredit des Bundes und vom Bundesamt für Gesundheit im Rahmen des Programms Migration und Gesundheit. Inwiefern das Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz weiterhin unterstützt wird, werde Mitte dieses Jahres entschieden, schreibt die Caritas.

Über 50 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren schaffen das nötige Vertrauen, um in ihren Gemeinschaften über die Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung zu sprechen. Bild: Heike Grasser/Ex-Press/Caritas Schweiz

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